Da die meisten Leutz ihre Zeitung zum Altpapier geben, möchte ich an die Sitzung vom 11.12.2007 noch eine Zeit lang erinnern (aus dem Isar-Loisachboten vom13.12.07):

Vorab der Hinweis: Der Haushalt 2008 wurde einstimmig von den Stadträten genehmigt. Auch von der CSU.

Die CSU zum Haushalt 2008

CSU-Fraktionssprecher Dr. Manfred Fleischer nutzte seine Haushaltsrede zu einer persönlichen Abrechnung mit Bürgermeister Reiner Berchtold (SPD): "Wenn der Landkreis sagt, dass die Risikovorsorge der Stadt fehlt, trägt das die Handschrift Reiner Berchtolds". Sowohl "der klare Weg in die Schuldenfalle" als auch "der perfekte Stillstand in der Verkehrspolitik" seien mit dem Namen Berchtold verbunden. Während Wolfratshausen im Stau stehe, würden die Vorschläge der CSU abgeblockt, meinte Fleischer: "Die Kreisverkehre sind in der Warteschleife". 

Fleischer warf Berchtold "schlampige Arbeitsweise" vor und nannte als Beispiel die Bewirtschaftung des Stadtwaldes. Die koste seit Jahren mehr als eingenommen wird. Er, Fleischer, warte seit zwei Monaten auf Auskünfte über Holzerträge - dies sei als Indiz zu werten, "dass nicht detailliert sondern schlampig gearbeitet wird". Als Hypothek der Ägide Berchtold werde die Stadt "mit hohen Schulden" belastet. Mit Steuererhöhungen gegenzusteuern hielt Fleischer für falsch, er erklärte: "Wir brauchen ein Umsteuern in der Stadtspitze". Der Haushalt 2008 "ist hoffentlich Ihr letzter Haushalt", sagte der CSU-Sprecher an Berchtolds Adresse. "Ich wünsche mir, dass der Wähler den Weg aus der Sackgasse wählt."

Die SPD zum Haushalt 2008

SPD-Fraktionssprecher Fritz Schnaller konterte, dass "die stade Zeit nicht besinnlich bleiben kann, wenn Weihnachten mit dem Kommunalwahlkampf kollidiert". Sowohl Weihnachtsmänner als auch Wahlkämpfer würden sich immer freuen, "ihre schönsten Geschenke zu überreichen". Bei dem CSU-Wahlprogramm habe ihn aber dann doch überrascht, mit "welcher Unbekümmertheit" ein 58-Punkte-Füllhorn über die Wähler ausgeschüttet werde - trotz der "haushalts-politischen Schieflage", die die Christsozialen immer monierten. Nach Schnallers Kalkulation umfasst der CSU-Wunschzettel ein Volumen von vier Millionen Euro plus X": "Ausgaben, die mit keiner Zahl in der fortgeschriebenen Finanzplanung aufgeführt sind". In der Vergangenheit sei er sich oft mit seinem CSU-Kollegen Fleischer "über nachhaltiges Sparen" einig gewesen, "daher hat mich diese Geschenk-Euphorie überrascht". Schnaller verband seinen Weihnachtsgruß mit dem Wunsch an die CSU "ihren Wahlkampf auf das sichere Fundament der haushaltspolitischen Basis zu stellen".

SPD-Stadtrat Rainer Holthaus warf der CSU "Populismus" vor: "Das CSU-Engagement steigt mit der Mitgliederzahl der Vereine". In punkto Ausgabepolitik sei die CSU groß, bei konkreten Sparplänen kneife sie. 

Weiter aus dem Artikel der Frau Elke Summer vom ILB:

Berchtold kritisierte "das Sprechen mit gespaltener Zunge": Erst würde ein Großprojekt wie die Waldramer Schule einstimmig befürwortet, und dann die dafür notwendige Darlehensaufnahme als "Schieflage" bezeichnet. Dass Wolfratshausen nicht Stillstandshausen sei, belegte Berchtold an 26 Beispielen wie Kindergartenbau, Feuerwehrausrüstung oder 1000-Jahr-Feier. (Auch Paul Brauner von der Union sagte hierzu im weiteren Verlauf der Sitzung, daß von "es geschehe nichts" keine Rede sein könne).

Helmut Forster meinte dazu: "Wenn Sie von mir jetzt eine  Wahlkampfrede erwarten, muss ich Sie enttäuschen". Die geplanten Investitionen seien "richtig und wichtig".

Carola Lössl mahnte ihre Ratskollegen, den Umweltgedanken nicht zu vernachlässigen. Sie schloss mit ein paar Worten an die CSU: "Die vermeintliche Schräglage entsteht, weil die Stadt eine viel zu hohe Kreisumlage abdrücken muss. Auf Kreisebene hat die Schuldenfalle einen Namen - und der heißt CSU."